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Neuroonkologie und Chirurgie von Tumoren des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark)
Tumoren des zentralen Nervensystems sind Erkrankungen, die die Lebensqualität der Patienten erheblich beeinträchtigen. Dazu gehören Tumoren des Gehirns und des Rückenmarks. Beispiele hierfür sind Gliome (z. B. Astrozytome, Glioblastome, Oligodendrogliome, Ependymome), Meningeome, Neurinome, Adenome, Metastasen und andere, seltenere Tumorarten. Die Behandlung erfordert heutzutage die interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Spezialisten: Neurochirurgen, Neuroonkologen, Strahlentherapeuten und Forscher. Es ist unerlässlich, dass Patienten in spezialisierten Zentren behandelt werden, die über all diese Spezialisten und modernste Technologien verfügen. Für eine erfolgreiche Behandlung muss die Therapie individuell auf jeden Patienten abgestimmt sein und den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechen.
Ich engagiere mich seit jeher in der präklinischen Stammzellforschung und bin aktiv an Studienprotokollen für neue Medikamente und Gentherapien im Bereich Hirntumoren beteiligt. Ich bin Ansprechpartner für die Neurochirurgie im interdisziplinären neuroonkologischen Team vom Krankenhaus San Raffaele. Als Neurochirurg bin ich auf die Chirurgie von Hirn- und Schädelbasistumoren spezialisiert und wende in meiner täglichen klinischen Praxis modernste Technologien an, darunter Endoskopie, intraoperative Fluoreszenz und Ultraschall, konfokale Mikroskopie der Resektionsränder, Neuronavigation und neurophysiologische Stimulation (wie bei Wachoperationen).
Ich habe zahlreiche wissenschaftliche Artikel in Fachzeitschriften und zwei Monografien über Operationstechniken veröffentlicht, die weltweit weite Verbreitung gefunden haben und das Ergebnis meiner langjährigen klinischen und wissenschaftlichen Arbeit auf diesem Gebiet sind.
Chirurgie von degenerativen und traumatischen Wirbelsäulenerkrankungen
Degenerative Wirbelsäulenerkrankungen sind in der Allgemeinbevölkerung weit verbreitet. Sie sind die häufigste Ursache für Arbeitsausfälle in Industrieländern und haben einen erheblichen Einfluss auf Patienten Lebensqualität und funktionelle Prognose. Der Begriff „degenerative Wirbelsäulenerkrankung“ umfasst eine heterogene Gruppe von Erkrankungen, darunter Bandscheibenerkrankungen (Bandscheibenvorfälle, Bandscheibenprotrusionen und Bandscheibendefekte), Stenosen (Spinalkanalstenose, Foramenstenose und Rezessusstenose), Instabilitäten (Spondylolisthesis, Spondylolyse) und sekundäre Deformitäten (Skoliose und degenerative Kyphose).
Die Behandlung von Patienten mit diesen Erkrankungen ist äußerst komplex und reicht von der Indikationsstellung über die geeignete Patientenauswahl bis hin zur Operationstechnik. Technologische Entwicklungen haben den therapeutischen Ansatz bei Wirbelsäulenerkrankungen grundlegend verändert. Minimalinvasive Operationstechniken spielen dabei eine Schlüsselrolle. Sie reduzieren die Auswirkung der Operation auf den Patienten, optimieren die klinischen und funktionellen Ergebnisse und verkürzen Operationszeiten und Krankenhausaufenthalte.
Als Neurochirurg habe ich meine Expertise in minimalinvasiven Operationstechniken entwickelt – von Hernien- und Stenosenoperationen mit kleinen röhrenförmigen Retraktoren bis hin zu komplexen minimalinvasiven Arthrodesen mit anterioren, lateralen und posterioren Zugängen zur Wirbelsäule.
Durch die Minimierung der Auswirkung für den Patienten konnte ich die klinischen und funktionellen Ergebnisse optimieren und die Lebensqualität sowohl kurz- als auch langfristig verbessern.
Chirurgie von Wirbelsäulentumoren
Spinale Tumoren sind Neubildungen, die aus den Wirbeln stammen und dazu neigen, sich auszubreiten und in umliegendes Gewebe und Organe einzuwachsen.
Am häufigsten treten sekundäre Tumoren (Metastasen) und Tumoren auf, die von Erkrankungen des Knochenmarks ausgehen (Myelome, Plasmozytome). Primäre Wirbeltumoren (Chordome, Sarkome, Osteome, Chondrome, aggressive Angiome) sind selten.
Die große Heterogenität dieser Erkrankungen erfordert eine sorgfältige Diagnostik, um die optimale Behandlung für jeden Patienten festzulegen.
Die Behandlungsstrategie setzt heutzutage eine interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen voraus: Neurochirurg, Onkologe und Strahlentherapeut. Wie bei Hirntumoren ist es auch hier unerlässlich, dass die Patienten in spezialisierten Zentren mit diesen Fachkräften und modernster Technologie behandelt werden.
Als Neurochirurg habe ich mich intensiv mit der Pathologie von Wirbelsäulentumoren und der Entwicklung minimalinvasiver Techniken zur Behandlung von Wirbeltumoren auseinandergesetzt und zahlreiche Artikel über chirurgische Techniken in diesem Bereich veröffentlicht. Der Einsatz intraoperativer Stimulation und Überwachung, spinaler Navigation und moderner Bildgebungsverfahren in Kombination mit der Zusammenarbeit mit Thorax-, Allgemein- und Gefäßchirurgen hat zuvor ungeahnte Fortschritte in der Behandlung dieser Erkrankungen ermöglicht und die Morbiditäts- und Komplikationsraten deutlich gesenkt. Der multimodale Ansatz, kombiniert mit der Entwicklung von Therapiepfaden auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse, hat zudem die onkologischen Ergebnisse und die Krankheitskontrolle signifikant verbessert.
Stereotaktische Radiochirurgie
Die Radiochirurgie ist eine neue Technologie, bei der hochenergetische Strahlung auf ein Zielgebiet fokussiert wird (Kollimationsprinzip). Dort entfaltet sie ihre therapeutische Wirkung und schont gleichzeitig das umliegende gesunde Gewebe. Eine der am weitesten verbreiteten Technologien in diesem Bereich ist die stereotaktische Radiochirurgie mit Gamma Knife.
Die Gammabestrahlung ist indiziert bei zahlreichen Erkrankungen: intrakraniellen Tumoren (Metastasen, Meningeomen, Neuromen, Adenomen), Gefäßfehlbildungen (Kavernomen, arteriovenösen Fisteln), Schmerztherapie (Trigeminusneuralgie) sowie funktionellen und psychiatrischen Störungen (z. B. Tremor, Zwangsstörungen). Der Einsatz dieser Technologie hat die Patientenversorgung revolutioniert und ermöglicht die Behandlung von Erkrankungen, die früher destruktive Verfahren erforderten, mit einer nicht-invasiven Methode, meist ambulant. Fundierte Kenntnisse der radiobiologischen Prinzipien sind für die adäquate Patientenauswahl und die korrekte Indikationsstellung unerlässlich.
Referenzzentren, die mit dieser Technologie ausgestattet sind, ermöglichen es uns, das Therapieangebot für Patienten zu erweitern, unter anderem durch individualisierte, schonende Behandlungsmethoden.
Ein multidisziplinäres Team bestehend aus Neurochirurgen, Strahlentherapeuten und Medizinphysiker bespricht jeden Fall und legt eine gemeinsame Behandlungsstrategie fest.
Ich habe mich stets klinisch und wissenschaftlich mit dieser Technologie auseinandergesetzt und durch zahlreiche wissenschaftliche Artikel in Fachzeitschriften zu ihrer Weiterentwicklung beigetragen.
Chirurgie von Gefäßerkrankungen des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark)
Gefäßerkrankungen des Gehirns und des Rückenmarks bilden eine äußerst heterogene Gruppe von Erkrankungen, die alle einen gemeinsamen Ursprung haben: einen angeborenen Defekt in der Entwicklung des Gefäßsystems. Dazu gehören zerebrale Aneurysmen (fokale Erweiterung einer intrakraniellen Arterie), arteriovenöse Malformationen (direkte Verbindungen zwischen dem arteriellen und venösen System ohne dazwischenliegendes Kapillarbett), Kavernome/kavernöse Angiome (langsam durchblutete, kommunizierende Gefäßlücken) und arteriovenöse durale Fisteln (direkte Verbindungen zwischen einer Vene und einer Arterie, die die Meningen und das Hirnparenchym überbrücken und häufig Folge eines vorangegangenen Traumas sind). Allen diesen Erkrankungen ist ihre strukturelle Fragilität gemeinsam, die zu einem Risiko der Ruptur der Malformation und nachfolgender Blutungen führt. Jede dieser Erkrankungen birgt ein spezifisches, der Pathologie innewohnendes Blutungsrisiko, das jedoch stark von der Größe und den strukturellen Eigenschaften der Malformation beeinflusst wird.
Eine präzise diagnostische Beurteilung, die das individuelle Blutungsrisiko jedes Patienten bestimmt, ist daher unerlässlich, um die optimale Therapie festzulegen. Dieser diagnostische Prozess wird heute von Neurochirurgen und interventionellen Neuroradiologen gemeinsam durchgeführt. Daher ist es entscheidend, dass Patienten in spezialisierten Zentren behandelt werden, die über beide Fachrichtungen verfügen.
In den letzten Jahren haben endovaskuläre Techniken die Behandlung dieser Erkrankungen revolutioniert. Durch den Einsatz von Mikrokathetern, die in periphere Arterien eingeführt werden, kann die Gefäßfehlbildung vom Blutkreislauf ausgeschlossen und das Blutungsrisiko effektiv eliminiert werden. Dies ermöglicht es, Erkrankungen, die früher langwierige Eingriffe mit einem hohen Komplikationsrisiko erforderten, minimalinvasiv zu behandeln.
Als Neurochirurg habe ich meine Expertise im multimodalen Ansatz der Gefäßtherapie weiterentwickelt. Dabei wende ich, wenn indiziert, chirurgische oder radiochirurgische Verfahren an und arbeite eng mit dem Team der interventionellen Neuroradiologen zusammen, um in komplexen Fällen Empfehlungen auszutauschen.
Chirurgie von Tumoren des peripheren Nervensystems
Das periphere Nervensystem verbindet das Rückenmark bidirektional mit dem Rest des Körpers (afferente und efferente Anteile, d. h. sensorische und motorische Funktionen). Im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule, nahe der Wirbelsäule, sind die peripheren Nerven in den Plexus brachialis bzw. den Plexus lumbalis gegliedert, die durch komplexe Verbindungen (Anastomosen) zwischen den Nervenbahnen gekennzeichnet sind. Da die peripheren Nerven in den Extremitäten neben Muskeln, Gefäße und Sehnen verlaufen und in unmittelbarer Nähe zu tiefen Organen in den Eingeweiden liegen, ist die Notwendigkeit umfassender Kenntnisse der allgemeinen Anatomie für Chirurgen leicht verständlich. Komplexere Fälle erfordern die Expertise multidisziplinärer Teams, bestehend aus Neurochirurgen, Thoraxchirurgen, Allgemeinchirurgen und Gefäßchirurgen. In der Chirurgie des peripheren Nervensystems ist das intraoperative Monitoring unerlässlich, um das Risiko einer Nervenschädigung während der Tumorentfernung zu minimieren. Die Zusammenarbeit zwischen Neurochirurgen und Neurophysiologen ist daher für den Erfolg des Eingriffs unerlässlich. Auch hier ist die Arbeit in einer führenden Einrichtung mit entsprechender Technologie und spezialisierten Fachkräften von entscheidender Bedeutung.
Die Qualifizierung in der onkologischen Chirurgie des peripheren Nervensystems erfordert eine spezifische Ausbildung in Anatomie und mikrochirurgischer Technik. Im Rahmen meiner Ausbildung verbrachte ich längere Zeit im Ausland in Präpariersälen, um mir fundierte Kenntnisse in diesem Bereich anzueignen. Meine Expertise in minimalinvasiver Wirbelsäulenchirurgie und der klinisch-translationale Ansatz in der Neuroonkologie haben es mir zudem ermöglicht, spezifische Fachkenntnisse in diesem Bereich zu entwickeln.
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Dr. Gagliardi behandelt Patienten in seinen Kliniken in Mailand, Bozen, Bergamo und Cabiate.
